Heute sind wir um 04.45 Uhr aufgestanden um den Sonnenaufgang am Grand Canyon zu genießen. Ein Traum und kann man auch nur jedem empfehlen, was wohl auch erklärt wieso solche Menschenmassen in der Frühe am Grand Canyon unterwegs waren.
Nach dem Sonnenaufgang sind wir erst nochmal nach Tusayan gefahren um zu frühstücken, bei uns würde man es wohl eher Mittag oder Abendessen nennen. Es gab Rostbratwürste, Bratkartoffeln, Kasseler…aber auch was für uns etwas typischer ist, Rührei mit Speck, French Toast und Pancakes mit Ahornsirup. Tipp: Wenn man in Amerika ist muss man unbedingt einmal so frühstücken. Das gehört einfach dazu und ist ein Erlebnis wert. Es ist genauso wie man es sich vorstellt oder in Filmen sieht. Weiche abgenutzte Lederbänke mit hohen ebenfalls lederüberzogenen Rückenlehnen. Es gibt einen Kaffeebecher und ständig geht jemand umher und fragt: Would you like to have more coffee? Überall in Amerika gibt es coffee all you can drink. – Das geht auch, da es eher gefärbtes braunes Wasser ist.
Gefühlte 5000 Kalorien später ging es wieder ins Hotel, Klamotten packen, duschen und das Auto beladen. Heute geht es nämlich über Cameron weiter nach Page.

Vorher fahren wir aber wieder in den Nationalpark um über die Route 64 (am gesamten Grand Canyon entlang) an diversen Fotostopps zu halten, um so viele Eindrücke festzuhalten wie nur irgend möglich.
Wir verlassen den Grand Canyon Nationalpark und fahren weiter in Richtung Page. Es ist beeindruckend wie schnell sich die Vegetationen hier in Amerika verändern. Eben noch der Grand Canyon mit seinen gigantischen Waldflächen und Elks, und jetzt sind wir schon wieder inmitten einer Wüste. Dieses Gebiet gehört den Navajo Indianern. Wir haben gleich zur Erinnerung an unsere Reise an einem der Straßenstände der Indianer einen Traumfänger und eine Kette gekauft.
Inzwischen fahren wir schon seit 2 Stunden durch das nichts, vereinzelt stehen ein paar Hütten und Container der Indianer in der steinigen Landschaft die sich rot gefärbt hat.
Die nächsten Dörfer sind in beide Richtungen jeweils 60 Meilen entfernt. Das wäre dann wohl nichts für uns.
Nach weiteren 90 Minuten Fahrt durch die karge Landschaft erreichen wir kurz vor Page den Parkplatz des Horseshoe Bend. Das erste was wir sehen ist ein riesiges Warnschild: Extreme Hitze! Nur mir festem Schuhwerk und Kopfbedeckung! Ausreichend Wasser!
Voll ausgestattet ging unser Marsch los. Wir wandern eine Sanddüne hinauf, auf dessen höchstem Punkt ein Pavillon steht um wieder Schatten zu tanken. Dringend notwendig, auch wenn es nur 500 Meter waren. Von hier konnte man das Ziel schon in ca. 800 Meter Entfernung sehen, aber nicht was einen in Wirklichkeit erwartet.
Wir gehen die letzten Meter Richtung Klippe als sich dieses wirklich einmalige Bild ergibt. Es geht steil in die Tiefe und inmitten dieses Canyons liegt der Horseshoe Bend. Ich persönlich kann mich nicht erinnern, so etwas überhaupt schon mal gesehen zu haben.
Nach einem kurzen Aufenthalt in dieser unerträglichen Hitze von 46 Grad begann unser Rückweg zum Auto. Auf dem Weg haben wir erschreckend festgestellt, wie viele Eltern mit ihren Kindern ohne Sonnenschutz sprich Mütze etc. unterwegs waren. Hier ein Tipp: Geht nicht ohne Kopfbedeckung und hört auf das Warnschild.
Eine schöne und kurze Wanderung die allerdings Tribut forderte. Wenig gegessen, wenig geschlafen und diese Hitze machten uns fertig. Wir sind zwar noch in Page abends in die Pizzeria „Canyon King“, welche auch lecker war gegangen, jedoch war es nicht mehr zu genießen. Wir waren zittrig und hatten extreme Kopfschmerzen. Tipp: Bei einer solchen Hitze draußen, ist drinnen alles extrem klimatisiert. Nehmt abends zum Essen immer etwas zu überziehen mit. Selbst wenn es draußen noch 30 Grad sind.
Noch schnell im „Knights Inn“ eingecheckt um den Abend ausklingen zu lassen. Lena ist quasi im fallen aufs Bett bereits eingeschlafen. Kurz darauf war der Tag für mich auch vorbei. Morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag.
