Wie auch schon im letzten Jahr bekam mein Papa zu seinem Geburtstag ein leckeres selbst gekochtes Menü geschenkt. Er isst gerne gut und ich koche gerne – eine klassische Win-win-Situation. Leider hat es dieses Jahr lange gedauert, bis wir einen Termin gefunden haben (an dieser Stelle sage ich besser nicht, in welchem Monat mein Vater Geburtstag hat 🙈 ). Aber so gab es ein schönes Herbstmenü mit den typischen Hauptdarstellern: Kürbis, Rote Bete, Wurzelgemüse, Birne und Apfel.

Hier kommt eine kurze Zusammenfassung des Menüs, die einzelnen Rezepte bekommen jeweils einen eigenen Eintrag.
Amuse Gueule: Goudaröllchen auf Pumpernickel
Ja genau, soviel zu den typischen Herbstzutaten -NICHT. 😅
Das Amuse Gueule tanzt hier ein wenig aus der Reihe. Aber das war mir bewusst und . . . egal! Die Goudaröllchen passen immer, sind total lecker und sind einfach vorzubereiten, was besonders wichtig ist, wenn man danach noch ein 4-Gang Menü servieren möchte. Außerdem schmecken sie wirklich jedem, auch denen, dessen Gourmetgaumen sich noch nicht über Deutschlands Grenzen hinausgewagt hat. 🙊 Sie bestehen aus Gouda, zweierlei Frischkäse, gekochtem Schinken, Zwiebeln und werden mit Salz, Pfeffer und Curry gewürzt. Als Garnitur streut man einige Röllchen Schnittlauch darüber und setzt alles auf ein Pumpernickeltaler – fertig! Dazu gab es einen Frucht-Secco Apfel-Quitte. So begann das Herbstmenü dann doch noch herbstlich 🙂 .
Kalte Vorspeise: Kürbis-Carpaccio vom Muskatkürbis mit Gurken-Birnen-Salat und gebackenen Riesengarnelen
Die erste Vorspeise geht in die asiatische Richtung. Es ist ein Rezept von Lafer, das ich etwas abgewandelt habe. Den Muskatkürbis habe ich am Vortag in einen heißen Sud aus Reisessig, Honig, Sojasauce, Ingwer und Chili eingelegt. Darin konnte er über Nacht ziehen. Der Gurken-Birnen- Salat wird mit Olivenöl und Wasabi angemacht. Durch die Kombination aus Gurke und Birne bietet die Vorspeise ein tolles Spiel von Frische und Süße. In Lafers Originalrezept wird statt der Birne eine Honigmelone verwendet. Ich habe mich allerdings für die Birne entschieden. Sie ist fruchtig, saftig, süß und ist ein würdevoller Herbstvertreter der Honigmelone. (von der ich eh kein Fan bin (psst)). On top kommen zwei Riesengarnelen, die in einer schönen Panade aus Pankomehl angebraten werden. Garniert habe ich das ganze mit zweierlei Kresse. Die Vorspeise war wirklich toll, weil man den Kürbis mal ganz anders wahrgenommen hat. Sonst isst man ihn ja meistens in gekochter warmer Version als Kürbissuppe, Curry oder Gemüsebeilage. Hier kam das nussige Aroma des Muskatkürbisses richtig schön zur Geltung und der asiatische Touch hat dem Gericht das gewisse Etwas verliehen. Eine sehr empfehlenswerte Vorspeise für alle, die ihren Gästen die Vielfalt des Kürbisses näherbringen möchten und offen gegenüber Neuem sind! Ich bin es- und es hat sich mehr als gelohnt.
Warme Vorspeise: Rote-Bete-Knödel mit Meerrettich, Pecorino, Thymian und Apfel
Nach Kürbis und Birne in der ersten Vorspeise, folgen nun zwei weitere Herbststars in dieser Vorspeise – Apfel und Rote Bete. Da meine Mama aus Bayern kommt, bin ich mit Knödeln aufgewachsen. Außerdem liebt mein Papa die Küche Südtirols (unter anderem 😂 ) Da liegt es also Nahe einen leckeren Rote Bete Knödel zu servieren. Warum dieser immer noch so schön rot ist, verrate ich dann im Rezept 😉 .
Die Grundmasse ist quasi die eines Semmelknödels. In diesem Fall kommt dann noch die Rote Bete hinzu sowie frischer Meerrettich und Zitronenabrieb. Gewürzt habe ich das ganze dann noch mit Fenchelsamen und gemahlenem Kümmel. JA das muss sein und JA das schmeckt lecker. Ich bin eben mit Kümmel aufgewachsen und in eine südtiroler oder bayerische Speise gehören eben auch solche Gewürze. Der Knödel sitzt auf einer Boskoop-Apfelscheibe, die ich in guter Butter mit frischem Thymian, etwas Zucker und Fleur de Sel angebraten/ karamellisiert habe. Dazu gibt es knusprige Speckwürfel und frisch geriebenen Pecorino. Es war himmlisch 😍🙌❤
Hauptspeise: Zanderfilet auf Linsengemüse mit Meerrettichcreme und krossen Kartoffelwürfeln
Als Hauptspeise gab es ein Zanderfilet, auf der Hautseite gebraten. Ich hatte mir fest vorgenommen, in diesem Menü kein Püree einzubauen. Ich liebe zwar Pürees, aber momentan gibt es sie wirklich immer und überall – ein absoluter Trend. Also habe ich etwas recherchiert und bin bei Linsen hängengeblieben. Die gibt es bei mir zwar öfter, nicht aber so bei meinem Vater. Es soll ja schließlich etwas besonderes werden. Und das war es auch. Es war mal etwas anderes und hat super zu dem Fisch gepasst. Ich habe mich dementsprechend für Belugalinsen entschieden, dem Kaviar unter den Linsen. Sie sind besonders edel im Geschmack. Das Linsengemüse beinhaltet zudem einige Möhrchen, Pastinaken und frischen Babyspinat. Dazu gibt es eine Creme aus Meerrettich und passierten Tomaten und knusprige Kartoffelwürfel.
Die Hauptspeise kam total gut an. Sie war schön leicht, immerhin hatten wir schon zwei Vorspeisen und einige Goudaröllchen verputzt. Der Fisch war wirklich von toller Qualität und ohne mich jetzt zu loben – perfekt gebraten – . (Okay es war ein Lob, aber man darf ja auch mal stolz auf sich sein, oder?😏 )
Dessert: Schokotörtchen mit flüssigem Kern, Vanilleeis und karamellisierte Birnen

Hier schließt sich der Kreis – die Birne aus der ersten Vorspeise kommt erneut auf den Teller und das Dinner erreicht seinen letzten Gang. Für das Dessert habe ich lange hin und her überlegt und bin letzten Endes doch wieder bei den Schokotörtchen hängengeblieben. Warme Schokoladentörtchen mit einem flüssigen Kern, dazu kaltes Vanilleeis. Wenn dann noch eine Herbstfrucht, die Birne, in karamellisierter Form mit auf den Teller kommt, bedarf es doch eigentlich keiner weiteren Worte oder? Never change a running System! 💪
Zum Abschluss gab es einen Kaffee, der gute „Alte Zwetschge“ ist leider letzten Samstag vollends geleert worden. 🍷
In diesem Sinne – einen schönen Feiertag!
Ich hoffe ich konnte euch inspirieren 🙂
