Draußen ist es noch dunkel, als wir von einem Vietnamesen im Bus geweckt werden. Wir haben unser Ziel Ninh Binh erreicht.
Als wir den Bus verlassen hatten, wollten wir ein Taxi zu unserem Hotel nehmen. Eine Aufgabe die nicht so leicht sein sollte. Es gab nur ein paar wenige Taxen, die alle einfach das dreifache des regulären Preises gekostet haben. Wir versuchten zu handeln, aber keine Chance. Um 4 Uhr morgens haben die Fahrer wohl alle Trümpfe in der Hand.
Nachdem ein Taxi nach dem anderen verschwand ringten wir uns durch den überteuerten Preis zu zahlen. Nur diesmal war es kein offizielles Taxi mehr, sondern ein Einheimischer mit einem Jeep der schon am auseinanderfallen war.
Um halb 5 Uhr morgens hatten wir dann unser Hotel erreicht. Die Rezeption war nicht besetzt, so das wir etwas lauter klopfen mussten, bevor uns der Besitzer des Hotels seine Pforten öffnete. Leider war unsere Zimmer noch nicht fertig, hatten wir auch nicht erwartet aber gehofft.
Wir durften aber in der Lobby unser Gepäck abstellen und uns auf dem Gästeklo frisch machen für den Tag. Gegen 6 Uhr kam ein weiteres Pärchen an mit dem selben Problem. Schnell stellte sich heraus, das es ebenfalls deutsche Reisende waren und so kam man schnell ins Gespräch und plante den heutigen Tag zusammen.
Als erstes mieteten wir uns einen Roller für den heutigen Tag und fragten unseren Hotelier was man alles erledigen müsste wenn man nur 24 Stunden Zeit hat.
Schnell war für uns klar, das es Trang An (die trockene Halong Bucht) und der Bai Dinh Tempel werden sollte.
Für den Sonnenuntergang hatten wir einen besonderen Stop geplant, was auch eine der Gründe war, wieso wir noch eine Etappe in Ninh Binh eingelegt hatten. Der Hang Mua Mountain mit dem Laying Dragon!
Ziemlich müde aber voller Elan ging es dann mit dem Roller nach Trang An. Nach ca. 20 minütiger Fahrt hatten wir das Ziel erreicht und mussten uns jetzt für eine von 3 verschiedenen Bootstouren entscheiden. Wir nahmen Route 3, die uns durch 9 verschiedene Höhlen und zu mehreren Tempel bringen sollte.

Die Fahrt auf dem Boot war anfangs sehr entspannend, bis wir beim Rudern selbst Handanlegen mussten! Die Natur war aber wieder sehr beeindruckend, mit den gigantischen Lambstones, welche wir durch Höhlen auf dem Boot durchquerten.

Die Stopps auf unserer Route für die Tempel waren sehr anstrengend, da man viele nur über Treppen…viele Treppen erreichen konnte. Trotz aller Anstrengungen hat es sich aber gelohnt.
Nach knapp 3 Stunden war unsere Tour dann auch vorbei. Es war eine gute Wahl die Route 3 zu wählen, da die meisten Touristen Route 1 nehmen und wir den größten Teil alleine unterwegs waren.
Unser nächster Stop war die Tempelanlage Bai Dinh, mit der größten Pagode Südostasiens. Doch vorher mussten wir erstmal eine Kleinigkeit essen und stoppten mit dem Roller an einer kleinen Garage wo es die typische vietnamesische Pho gab. War ganz ok, hatten wir aber auch schon besser.

Am Tempel angekommen gab es die Möglichkeit mit einem Golfcab zum Tempel zu fahren oder zu Fuß zu gehen. Die Mehrheit war für zu Fuß also gingen wir los. Es war inzwischen auch schon sehr sehr heiß!
Nach einem ca. 15 minütigen Fußmarsch erreichten wir die Tempelanlage. Hier haben wir dann auch ein paar Stunden verbracht.
Wir gingen von Pagode zu Pagode und bestaunten die goldenen Skulpturen der verschiedenen Götter, gingen zu einem gigantischen Buddha der über das Land wachte und fuhren auf den Turm von wo aus man einen tollen Blick über die Anlage und das Land herum hatte.
Es ist definitiv zu empfehlen, da es…mal wieder sehr beeindruckend war.
Inzwischen waren wir auch alle ziemlich geschafft von dem vollem Programm und den ganzen Eindrücken, das wir uns dazu entschlossen haben zum Hotel zu fahren um ein kurzes Nickerchen zu halten, bevor es zu unserem letzten Stopp gehen sollte.
Nach knapp 2 Stunden auf dem Zimmer trafen wir uns wieder mit unseren neuen Bekannten um den Sonnenuntergang auf dem Hang Mua zu gucken.
Zeitlich lief alles perfekt…bis bei unseren Bekannten der Roller auf halber Strecke stehen geblieben ist. Der Tank war leer. Schnell fuhren wir mit unserem Roller und einer leeren Flasche Wasser an die nächste Tankstelle und brachten eine volle Flasche mit Benzin zurück.
Jetzt wird es schon eng, also ging es etwas schneller in Richtung Berg, wo eine gigantische Treppe auf uns wartete um den Berg zu besteigen.
Wofür man eigentlich 30 Minuten braucht, machten wir in 15…Klitschnass geschwitzt mit feuerrotem Kopf haben wir den Gipfel passend zum Sonnenuntergang erreicht..das war mal Timing 🙂

Hier haben wir auch noch etwas Zeit verbracht um die Aussicht zu genießen und das ein oder andere Foto am Laying Dragon zu schießen. Um genau zu sein, waren wir am Ende die letzten und es war stockdunkel, so dass wir für einen Weg runter der sonst 25 Minuten dauert knapp 35 Minuten gebraucht haben. Verkehrte Welt.
Aber auch wenn es etwas länger gedauert hat, hatte es sich gelohnt und außerdem hatten wir ja auch schon ein Ziel vor Augen..ein Restaurant bei dem es laut Tripadvisor super Burger und Cocktails geben soll.
Was sollen wir groß erzählen, Tripadvisor hatte Recht. Die Burger waren sehr gut und die Cocktails ebenfalls.
Völlig Satt und müde fuhren wir mit den Rollern noch knapp 20 Minuten zurück zum Hotel, wo wir auch direkt aufs Zimmer und ins Bett gefallen sind. Einer der anstrengendsten Tage unserer Reise aber auch ein wirklich toller.
Morgen früh geht es dann mit dem Taxi weiter nach Mai Chau..das sollte etwas entspannter werden!
